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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Bibliotheks- und Informations­wissen­schaft

Beobachtungsstudie

In contrast to everyday observations, scientific observations are planned, so they do not happen by chance, they are aimed at a research question, are documented, evaluated, and the findings are summarized in a scientific report. (Thierbach & Petschick, 2014)

 

Durch Beobachtungsstudien können Verhaltensweisen, Gesten, Mimik und weitere Aspekte der menschlichen Interaktion und Kommunikation untersucht werden. Hierzu gehören beispielsweise Interviewsituationen und Fokusgruppen, die Interaktion mit verschiedener technischer Geräte, Gruppendynamiken und weitere.

 

©Adeline Krems

 

Die Rolle des Beobachtenden kann verschieden sein. Entweder die zu untersuchende Situation wird als Teilnehmer*in selbst erfahren oder sie wird als externe Person von außen betrachtet. Eine Dokumentation wird somit entweder als Teilnehmer*in oder als externe "rein beobachtende" Person erstellt.

Eine Dokumentation des beobachteten Geschehens beinhaltet neben verbalen Informationen, also dem Gesprochenen der involvierten Personen und der Art der Übermittlung auch das non-verbale Verhalten, wie Gesten und Mimik.  

Der Hauptfokus liegt hierbei auf den Charakteristika der Befragten, auf zentralen Fragen, Kernaussagen und Unterthemen die angesprochen werden. Ebenso sollte die Art und Weise der Antworten dokumentiert werden, sowie mögliche Stimmungswechsel beteiligter Personen.

(DeWalt & DeWalt, 2002)

 

Vorteile 

Nachteile

Dokumentation des Verhaltens im realen Kontext.
Die Länge von Veranstaltungen kann die Durchführbarkeit von Beobachtungen eingrenzen.
Es können zusätzliche Details in die Analyse einfließen, die nicht aus Erzählungen hervor gehen.
Verhalten kann oftmals nicht in Kategorien eingeordnet werden, wodurch Beobachtungen manchmal nicht einfach zu quanitifzieren sind.
Unabhängigkeit sprachlicher Fähigkeiten der zu untersuchenden Proband*innen.
Forscher*innen können voreingenommen sein. Genauso kann das Verhalten der Proband*innen durch das Wissen über Studien beeinflusst werden.
Erhobene Daten entsprechen teilweise eher der wahren Realität (sind gültiger), als eigene Erzählungen/Wahrnehmungen der Proband*innen. 
Die Representativität einer Gruppe muss beachtet werden.
Beobachtungen können unabhängig der Bereitschaft von Proband*innen durchführt werden. (ACHTUNG: Ethische und teils legale Probleme)
Teilweise sind keine (demographischen) Informationen der Proband*innen verfügbar.
 

(Connaway, Radford & Powell, 2016)

 

Beobachtungsstudien im iLab 

Das informationswissenschaftliche Labor (iLab) ermöglicht kontrollierte wissenschaftliche Beobachtungen durch den Einsatz von Technologie und Raumplanung. (Alternativ können unkontrollierte Beobachtungen in einem natürlichen Setting durchgeführt werden. 

 

 

Bei uns finden Sie zum einen eine Spionagetür, welche Beobachtungen des Studienraums ermöglicht, zum anderen zwei 180° Kameras, welche aus zwei verschiedenen Raumwinkeln den Studienraum abdecken. 

 

 
 

HINWEIS: Um ethische und legale Probleme zu umgehen, sollten Sie ihre Proband*innen immer über eine Beobachtung informieren.