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▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Bibliotheks- und Informations­wissen­schaft

Fokusgruppenbefragung

Eine spezielle Form qualitativer Interviews
 

"They are called focus groups because the discussions start out broadly and gradually narrow down to the focus of the research." (Young, 1993, p. 391)

 

Fokusgruppen, als spezielle Form qualitativer Interviews, dienen der Datenerhebung mittels Gruppengesprächen. Sie werden insbesondere für die Erkundung neuer Forschungsbereiche, die Untersuchung bekannter Forschungsfragen aus Perspektive der Teilnehmer*innen und komplexe Entscheidungsprozesse genutzt.

(Connaway & Radford, 2017)

Strukturierung

Fokusgruppen können bezüglich ihrer Stukturierung unterschieden werden, was sich auf die Standardisierung der Studie auswirkt. Als Hilfsmittel für (teil-)strukturierte Fokusgruppen dient ein Leitfaden, welcher innerhalb der Studie eine Richtung vorgibt um die vorhandene Forschungsfrage zu beantworten. 

 

©Adeline Krems

 

Teilnehmer*innen

Bei diesen Gesprächen kann die Gruppenstärke abhängig des Fachbereichs varriieren. Während in unserem Fachbereich ca. 5-8 Teilnehmer*innen als Standard gelten, sind es in der Markwirtschaft ca. 8-12 Teilnehmer*innen. Zudem hängt der Zweck der Studie eng mit der Gruppenstärke zusammen. Während Pilot-Test Verfahren für Produkte und Ideen eine große Testgruppe benötigen, sollten Studien zur Ermittlung von Problemen und Verhalten mit weniger Personen in einer Gruppe durchgeführt werden.

(Krueger & Casey, 2009)

Moderator*in

Neben den Teilnehmer*innen gibt es eine moderierende Rolle, die den Gesprächsverlauf koordiniert und für die Fragen zuständig ist. Die Rolle des/der Moderator*n spielt bei Fokusgruppen eine zentrale Rolle, da sie versucht ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Teilnehmer*innen herzustellen und darauf achtet, dass jede/r Teilnehmer*in zu Wort kommt. 


©Adeline Krems

 

Vorteile

Nachteile

Umfangreiche Daten werden produziert, welche ein umfassendes Verständnis der Erfahrungen und Wahrnehmungen der Teilnehmer*innen vermittelt. 
Fokusgruppen sind nicht für Representativität geeignet.
Viele Informationen und Eindrücke zu einem Thema mit verhältnismäßig geringem Zeitaufwand.

Der Erfolg der Fokusgruppe basiert stark auf den Fähigkeiten des Moderators/der Moderatorin.

Interaktionen und Aussagen von mehr als einer Person.
Probleme der Gruppendynamik. (Einschüchterung oder Dominanz)
Fokusgruppen sind weniger formell als Interviews mit einer Person allein.
Transkribierung der Audioaufnahmen sind zeitaufwendig. 
 
(Connaway & Radford, 2017)

 

Fokusgruppen im iLab

 

Unser Forschungslabor bietet eine ruhige, professionelle Umgebung und besitzt die Möglichkeit das Mobiliar flexibel an das Studiendesign anzupassen. Speziell für Fokusgruppen können abhängig der Gruppengröße die höhenverstellbaren Tische angeordnet werden oder das vorbereitete "Interviewsetting" genutzt werden.

 

 

 

 

TIPP: Die Anordnung der Stühle/Tische in einem Kreis oder sich gegenüber in einem Quadrat ist für Teilnehmer*innen besonders komfortabel.

 

Um es den Teilnehmer*innen weiterhin so angenehm wie möglich in unserem Forschungslabor zu gestalten, stellen wir einen Wasserkocher und eine Kaffeemaschine bereit. 

 

 

 

 

HINWEIS: Achten Sie bei der Terminfindung darauf, genügend Zeit einzuplanen (Führen Sie hierfür einen Pretest durch). Termine mit dem iLab können Sie über unser Buchungsformular ausmachen. Dort sehen Sie auch den aktuellen Belegungsplan.

 

Technische Unterstützung

 

In der Regel werden Fokusgruppen aufgezeichnet um so im Nachhinein Aussagen überprüfen und Transkripte erstellen zu können. Hierfür bietet das iLab Aufnahmequipment in Form von mobilen Aufnahmegeeräten oder fest installierter Video-/Tontechnik. 
 

 

 

 

Die Auswahl der Technik sollten Sie abhängig der Gruppe und des Zwecks der Studie treffen. Während Audiogeräte weniger auffällig und somit weniger auffällig sind als größere Mikrofone und Kameras, bieten diese zum Teil bessere Tonqualität und zusätzlich die Möglichkeit auch die Körpersprache mit zu analysieren.

Testen Sie beispielsweise Funktionalitäten neuer Produkte, scheint eine Videoaufnahme sehr sinnvoll zu sein. Versuchen Sie Meinungsbilder zu einem Thema einzuholen, reicht oftmals auch eine Audioaufnahme. 

 

HINWEIS: In jedem Fall benötigen Sie vorab das Einverständnis Ihrer Proband*innen. Informieren Sie diese innerhalb Ihrer Einveständniserklärung und dem Informationsblatt.