Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Bibliotheks- und Informations­wissen­schaft

Erstcheck NS-Raubgut für Öffentliche Bibliotheken

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Projekt gefördert unter Projekt-ID LA03-I2021 von DZKulturgutverluste.png

 

Projektlaufzeit: 15.01.2022-14.04.2025

Projektleitung: Deutscher Bibliotheksverband, Kommission Provenienzforschung und Provenienzerschließung, Michaela Scheibe & Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Prof. Dr. Vivien Petras

Projektmitarbeiter: Norman Köhler

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Aktuelles

Aktuelle Daten und Angaben zum Projekt sind auf folgender Seite zu finden: Aktuelles

Projektbeschreibung

Das Vorhaben will deutschlandweit in einer repräsentativen Auswahl Erstchecks in Öffentlichen Bibliotheken durchführen, um eine fundierte Einschätzung zu potentiellem NS-Raubgut in diesen noch kaum untersuchten Beständen zu erarbeiten. Damit soll eine belastbare Grundlage geschaffen werden, um die Provenienzforschung in diesem Bereich zielgerichtet vorantreiben zu können. Die Projektplanung sieht Erstchecks in altbestandsbesitzenden Öffentlichen Bibliotheken unterschiedlichster Größe und Ausrichtung aus acht Bundesländern vor. Berücksichtigt werden Bestände von wenigen hundert (Kreisfahrbücherei Celle) bis über hunderttausend Bänden (Stadt- und Landesbibliothek Dortmund), deren Herkunft oft unbekannt, in der Hälfte der Fälle jedoch durch erste Verdachtsmomente belastet ist.

Diese breit gestreute Bestandsprüfung kann nur gelingen, wenn den Öffentlichen Bibliotheken selbst kaum Aufwände entstehen. Deshalb soll ein Provenienzforscher / eine Provenienzforscherin 15 Bibliotheken für jeweils ca. eine Woche aufsuchen, die Altbestände und – soweit vorhanden und zugänglich – die vor Ort vorhandenen Erwerbungsunterlagen prüfen, im Vor- und Nachgang weitere Recherchen durchführen und die jeweiligen Ergebnisse insbesondere zu künftigen Forschungsbedarfen in standardisierten Dossiers zusammenfassen. Mit diesem Projektaufbau können ein zielgruppenadäquates Verfahren zum Erstcheck angeboten und gleichzeitig über die Prüfroutine derselben Projektkraft vergleichbare Einschätzungen erzielt werden. Den Einrichtungen selbst sollen im Projekt lediglich die Vor- und Nachbereitung sowie vor allem die Begleitung der einzelnen Bibliotheksbesuche durch eigenes Personal unterstützen.

Beteiligte Bibliotheken

Baden-Württemberg

Reutlingen

Stadtbibliothek Reutlingen

ca. 4.000 Bände (vor 1945 erschienen)

Singen

Hegau-Bibliothek Singen

ca. 100.000 Bände, u.a. 1933-1945 erschienene Belletristik (Geschenkzugänge)

Ulm

Stadtbibliothek Ulm

ca. 1.000 bis 1.500 Bände (vor 1945 erschienen, Zugang bis 1955)

Bayern

Hof

Stadtbücherei Hof

ca. 1.300 Bände (vor 1945 erschienen)

München

Münchner Stadtbibliothek

über 190.000 Bände (vor 1945 erschienen)

Nürnberg

Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg

ca. 34.000 Bände (Zugang 1933 bis 1945)

Niedersachsen

Celle/Eschede

Fahrbücherei Landkreis Celle

ca. 500 Bände (vor 1945 erschienen, aus der aufgelösten Kreisbücherei Celle)

Nordrhein-Westfalen

Aachen

Stadtbibliothek Aachen

ca. 110.000 Bände (vor 1945 erschienen)

Altena

Stadtbücherei Altena

ca. 500 Bände (vor 1945 erschienen)

Bonn

LVR-LandesMuseum Bonn, Bibliothek

ca. 30.000 Bände (v.a. Zugang 1933 bis 1945, Bestand des Vereins der Altertumsfreunde)

Dortmund

Stadt- und Landesbibliothek Dortmund

ca. 80.000 Bände (bis 1949 erworben und heute erhalten; 1942 noch 320.000 Bände, Kriegsverluste über die Zugangsbücher fassbar)

Köln (nach Erstcheck vollständige Prüfung)

Germania Judaica, Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums e.V.

ca. 5.000 Bände (vor 1945 erschienen) ; jetzt: vollständige Prüfung der beim Erstcheck als verdächtig identifizierten Bestände

Köln

Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln

ca. 5.000 Bände (vor 1945 erschienen)

Münster i.W.

Diözesanbibliothek Münster

ca. 125.000 Bände der Erwerbungsjahrgänge 1957-1990, darin zahlreiche vor 1945 erschienene Antiquaria

 

Rheinland-Pfalz

Koblenz

Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz / Rheinische Landesbibliothek (Bestand Stadtbibliothek Koblenz und Pädagogische Zentralbibliothek)

ca. 40.000 Bände (vor 1945 erschienen)

Mainz

Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz

ca. 360.000 Bände (vor 1945 erschienen, Verdachtsmomente hinsichtlich der umfangreichen Geschenkzugänge 1933 bis 1945)

Trier

Wissenschaftliche Bibliothek der Stadt Trier

ca. 15.000 Bände (11.790 Zugänge 1933 bis 1945, hinzu kommen nach 1945 jährlich 10-20 antiquarische Erwerbungen)

Sachsen

Zittau / Dresden (Erweiterung des Erstchecks)

Christian-Weise-Bibliothek Zittau / in Kooperation mit der Sächsischen Landesfachstelle für Bibliotheken an der SLUB Dresden (Sitz in Chemnitz)

ca. 60.900 Bände (vor 1945 erschienen) ; jetzt: ca. 4.500 Bände (vor 1945 erschienen und im Rahmen der Bestandsverlagerungen an der SLUB Dresden)

Schleswig-Holstein

Lübeck

Bibliothek der Hansestadt Lübeck

ca. 10.000 Bände (vor 1945 erschienen)

Thüringen

Erfurt

Stadt- und Regionalbibliothek Erfurt

über 17.000 Bände (1933-1945 erworben, hinzu kommen Erwerbungen nach 1945)