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Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Bibliotheks- und Informations­wissen­schaft

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Bibliotheks- und Informations­wissen­schaft | Forschung | Publikationen am IBI | Publikationen der Arbeitsgruppe Öffentliche Bibliotheken | Bestandsaufbau und Personalkosten: Kostenrechnung im Bestandsaufbau und die Haushaltskonsolidierung der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam

Konrad Umlauf (2007)

Bestandsaufbau und Personalkosten: Kostenrechnung im Bestandsaufbau und die Haushaltskonsolidierung der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam

In: Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft.

Die Einführung der doppischen Haushaltswirtschaft in den Kommunen bringt
nicht zwingend überall die Kosten- und Leistungsrechnung. Die
Vergleichbarkeit kommunaler Haushaltspläne wird bei Einführung der Doppik
abnehmen. Für die Anwendung der Kosten- und Leistungsrechnung gibt es keine
zwingenden einheitlichen Verfahrensvorschriften, um Vorkosten auf
Endkostenstellen zu verteilen. Gleichwohl erlaubt die Kosten- und
Leistungsrechnung Kostenvergleiche und Make-or-Buy-Entscheidungen. Im
Bestandsaufbau fällt ein Kostenvergleich zwischen Fremdleistungen und
Eigenleistung bei Auswahl, Erschließung und technischer Medienbearbeitung
klar für die Fremdleistungen aus. Bei extensivem Fremdleistungsbezug werden
die Kosten pro Neuzugang insgesamt 20,16 Euro statt 26,22 Euro betragen und
die Personalkosten in der Erwerbung um 87 % geringer ausfallen (1,36 Euro
statt 10,38 Euro pro Neuzugang), allerdings müssen die Erwerbungsmittel um
19 % höher werden (18,80 Euro pro Neuzugang statt 15,84 Euro), wenn dieselbe
Anzahl Neuerwerbungen gekauft werden soll. 1.000 Neuzugänge als
Komplett-Fremdleistung erfordern 18.800 statt 15.840 Euro Erwerbungsetat,
mithin einen um 2.960 Euro, also 19 % höheren Erwerbungsetat, wenn dieselbe
Anzahl Neuerwerbungen getätigt werden soll, und erlauben, 0,24
Personalstellen für direkte Dienstleistungen statt für interne Bearbeitungen
zu verwenden. Andernfalls würden diese 0,24 Personalstellen in E9 (bei
Umschichtung von Aufgaben) 11.344 Euro kosten. Am Beispiel der Stadt- und
Landesbibliothek Potsdam wird der Effekt einer Umstellung auf 90 %
Fremdleistungen im Medienzugang aufgezeigt.