Karinn Weishaupt (2009)
Open-Access-Zeitschriften. Entwicklung von Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung auf der Basis einer Autorenbefragung
Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Berlin.
"Bei aller Aufmerksamkeit, die das Thema Open Access seit
einigen Jahren erfährt, ist die praktische Nutzung längst noch nicht so weit
gediehen, wie es von den technischen Voraussetzungen her möglich wäre: Nur 0,8 %
aller Zeitschriften in Deutschland oder 2 % der wissenschaftlichen sind frei
zugänglich. Es mangelt an Akzeptanz seitens der Autor/inn/n. Auf der Basis einer
Befragung von ca. 1000 Personen, die bereits mindestens einen Aufsatz in einer
Open-Access-Zeitschrift veröffentlicht haben, werden Maßnahmen entwickelt, wie
die Akzeptanz verbessert werden kann. Bei der Analyse der Antworten erweisen
sich die Unterschiede für mögliche Fördermaßnahmen zwischen den einzelnen
Fachdisziplinen als längst nicht so ausgeprägt, wie es aufgrund des
unterschiedlichen Standes von Open Access in den verschiedenen Fächern zu
erwarten wäre. Von elementarer Bedeutung ist vielmehr die Frage, welche Ziele
der/die einzelne beim Open-Access-Publizieren verfolgt; daraus ergeben sich
Ansatzpunkte für fördernde Maßnahmen. Die größte Barriere für die Durchsetzung
des Open-Access-Publizierens stellt das etablierte System der
Forschungsevaluation dar, das sich fachübergreifend im Begutachtungsverfahren
und in den Naturwissenschaften und der Medizin im Impact Factor manifestiert.
Hieraus entstehen Akzeptanzhindernisse, die sachlich nicht gerechtfertigt sind
und kritisch hinterfragt werden müssen. Mittelfristig ist der Ersatz des Impact
Factors durch Verfahren anzustreben, die modernen Publikationsformen besser
gerecht werden. Ein internationaler Vergleich zeigt, dass die Schwellenländer
nicht nur durch Open Access unterstützt werden, sondern ihrerseits
bemerkenswerte Aktivitäten und Erfolge vorzuweisen haben, die weltweit
Vorbildcharakter haben und Anregungen für Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung in
Deutschland bieten können. Bezüglich Open Access ist daher anstelle der
Förderung der Dritten Welt eher ein Eine-Welt-Denken angebracht, bei dem alle
Beteiligten voneinander lernen können."
(Quelle: edocServer der HU)
(Quelle: edocServer der HU)