Hamzehali Nourmohammadi (2007)
Über die szientometrische Bedeutung des Impact-Faktors
Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft.
"Auf der Basis des Impact-Faktors, entsprechend der
Definition Eugene Garfields, werden die Implikationen dieses IF für
szientometrische Überlegungen und deren Folgen für das Zeitschriftenwesen
untersucht. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zeigen: Der Impact-Faktor
ist ein Wert, der einen Hinweis auf den durchschnittlichen Bekanntheitsgrad
eines Beitrags in einer vom SCI erfassten Zeitschrift gibt. Der
Impact-Faktor ist ein Wert, der in hohem Maße vom Umfang des SCI bestimmt
ist. Über die dort erfassten Zitationen wird ermittelt, wie oft eine
Zeitschrift zitiert worden ist. Der Impact-Faktor ist in hohem Maße davon
bestimmt, in wieweit die Quellen zugänglich sind, die zitiert werden. Der
lineare Zusammenhang, den R. Rousseau und G.V. Hooydonk (1996) zwischen dem
Impact-Faktor von Zeitschriften und der Zahl der darin erschienenen Aufsätze
(Produktion) hergestellt haben, gilt nur in dem von ihnen untersuchten
Bereich des Impact-Faktors 0,5 – 3. Bei höheren Werten kommt es zu einer
Abflachung, bei Werten über 7 sogar zu einer Umkehr der Steigung. Es gibt
einen Zusammenhang zwischen der Höhe des Impact-Faktors und seinem
jährlichen Zuwachs im SCI. Je höher der IF, desto höher ist auch sein
jährlicher Anstieg. Bei genauerer Analyse zeigte sich, dass der Zuwachs, zum
Zeitpunkt der vorliegenden Untersuchung, gegen einen Grenzwert von 0,42
ging. Die Impact-Faktoren von Zeitschriften und deren Preise für die
Abonnements hängen statistisch nur schwach voneinander ab. Ob Zeitschriften
erworben werden müssen ist weitaus stärker von den Zitationen abhängig, die
diese Zeitschriften auf sich versammeln. Der IF steigt mit der Auflagenhöhe
von Zeitschriften, wenn diese bereits einen höheren IF aufweisen. Für
wissenschaftliche Autoren ist der Druck, in Zeitschriften mit einem hohen IF
zu publizieren, beobachtsam. Je höher dieser allgemeine Druck ist, desto
geringer ist die Wahrscheinlichkeit für einen einzelnen Autor wiederholt in
derartigen Zeitschriften publizieren zu können."
(Quelle: edoc-Server der HU)